20.02.2017 "Akzeptanz für Vielfalt" on Tour in Ostfriesland

Am 20.2.2017 war das  Projekt „Akzeptanz für  Vielfalt – Gegen Homo-,Trans* und  Interfeindlichkeit“ zu Gast in Wittmund/ Ostfriesland. Anke Wellnitz von  der  Selbsthilfekoordinierungsstelle Wittmund – Wilhelmshaven e.V. hatte zum Vortrag und Gespräch „Intersexuelle Menschen- was ist das?“ gebeten. Unter den Besucher_innen  war auch der  1. Stellvertr. Bürgermeister Heinz Buss/SPD.  Der Vortrag von Lucie Veith  und das anschließende Gespräch machte deutlich, dass es notwendig ist auf allen Ebenen miteinander zu reden, Weiterbildungen anzubieten. 

15.-17.02.2017: Die Situation intergeschlechtlicher Menschen verstehen: Qualifizierung für Mitarbeitende aus psychosozialen Beratungsstellen zum Schwerpunkt intergeschlechtliche Menschen

 

Mitte Februar fand die zweite Veranstaltung in der Fortbildungsreihe „Qualifizierung zu LSBT*I*Q für psychosoziale Beratungsstellen“ mit dem Schwerpunkt zu intergeschlechtliche Menschen und ihren Lebensverhältnissen im Rahmen des Modellprojekts „Akzeptanz für Vielfalt“ in der Akademie Waldschlösschen statt. Hierbei wurde deutlich, dass Beratungsmöglichkeiten für Inter*personen nur marginal vorhanden sind. Vor allem in ländlichen Regionen ist die Teilnahme an Beratung nur schwer möglich. Umso wichtiger ist es, dass bestehende Beratungseinrichtungen ihr Unterstützungs- und Hilfsangebot auch auf intergeschlechtliche Menschen und ihre Bedürfnisse anpassen bzw. erweitern. Diese Notwendigkeit spiegelte sich auch in der großen Nachfrage an dem Seminar wider. 18 Personen von unterschiedlichen Beratungseinrichtungen aus ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung teil.  Ev Blaine Matthigack von Queer Leben e.V. Berlin leitete die Fortbildung mit kurzen Impulsreferaten zur Einführung in die zentralen Begrifflichkeiten, menschenrechtlichen Grundlagen und Reflexionsübungen zu Geschlechterstereotypen und Vorurteilen, um die binäre Klassifikation von Geschlecht und Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft zu verdeutlichen. Zentrale Fragen, die in der Fortbildung thematisiert und reflektiert wurden, sind:

 

-Welche Konzepte von Inter* stehen zur Verfügung und wie kann ich diese in die Beratung einfließen lassen?

-Inwieweit wird der Begriff Inter* auf verschiedenen Ebenen (sozialer, medizinischer und juristischer Dimension) thematisiert und welche Konsequenzen resultieren daraus?

-Wie können wir Beratungsangebote gestalten und bewerben, so dass sich Menschen angesprochen fühlen, die sich als Inter* identifizieren?

 

Abschließend wurde deutlich, dass intergeschlechtliche Menschen nicht pauschal in einer neuen kollektiven Kategorie wie etwa das sogenannte „dritte Geschlecht“ zusammengefasst werden können, die dann neben „weiblich“ und „männlich“ gedacht wird. Denn intergeschlechtliche Menschen sind heterogen und ihre Bedürfnisse und Lebensrealitäten – wie bei anderen Menschen auch – vielfältig,  sodass eine verallgemeinernde Zusammenfassung geschlechtlicher Vielfalt nicht gerecht werden würde.  

14.02.2017: Thementag zu „Akzeptanz für Vielfalt" beim Freiwilligendienst der AWO Weser-Ems e.V.

Im Rahmen  der  Schulungstage  des  Bundesfreiwilligendienstes der  AWO  Bezirksverband  Weser –Ems e.V.  wurde ein Thementag zu  „ Akzeptanz für  Vielfalt – Gegen Homo-Trans* und  Interfeindlichkeit - Was  ist das denn“  organisiert und  und mit einer Lerngruppe in der  Jugendherberge in Westerstede am 14.02.2017 durchgeführt.  Der  Aktionstag war als  Workshop von Lucie G. Veith vom Verein Intersexuelle Menschen Landesverband Niedersachsen e.V.  in  Kooperation mit dem Modellprojekt „Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit“ konzipiert  und geleitet wurden.  20 junge Menschen im Alter von 16 – 20 Jahren haben  einen ganzen Tag sich mit dem Thema gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinander gesetzt. Für die  Mehrzahl der Teilnehmer_innen  aus ganz Niedersachsen waren die  vielen Perspektiven der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt  sehr aufschlussreich. Der Tag  war gefüllt  mit angeleiteten Spielen zur  (Selbst-)Reflexion, einen Impuls- Vortrag und anschließender Diskussion sowie einem kleinen Beispielfilm zur Veranschaulichung.  Nach dem Mittagessen ging es darum in Form von kleinen Praxisbeispielen und Übungen zur diversitätsbewussten Sprachpraxis zu verstehen, welche Bedeutung  Worte und ihre mögliche diskriminierende  Wirkung haben können. Abgerundet wurde der Thementag mit einer Bücherkiste mit wichtiger weiterführender und vertiefender Literatur zu Intergeschlechtlichkeit. 

09.12.2016: "Akzeptanz für Vielfalt" im Lifepoint Emden

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Perspektiven der im "Lifepoint" in Emden tagenden Arbeitszusammenhänge von Schwulen, Lesben und intergeschlechtlichen Menschen. Den Einstieg bildete nach Vorstellungsrunde der Teilnehmenden das Herausarbeiten der Rahmenbedingungen für den Lifepoint von Seiten der Stadt Emden sowie des Zusammenwirkens der verschiedenen Gruppen. Dabei wurde deutlich, dass unterschiedliche Erwartungen bestehen.

So geht es z.B. den Teilnehmenden der Schulaufklärungsprojekts SCHLAU darum, einen Raum zu haben für ihre Arbeitssitzungen und die Lagerung von Materialien für ihre Arbeit, z.B. ihren Büchern. Für die Besucher und Besucherinnen des offenen Angebots am Dienstag und Mittwoch ist der Lifepoint hingegen zu einem Stück Heimat geworden. Ihre Vertreter erwarten daher auch Informationen dazu, was die anderen Gruppen im Lifepoint tun - und vor allem, wie sie ihn verändern. Dass bisher weder der Wunsch noch Möglichkeiten der Umsetzung für Absprachen zwischen den Aktiven im "Lifepoint" besprochen war, hatte inzwischen auch zu erheblichen Verstimmungen geführt.

Akzeptanz für Vielfalt bot hier eine Lösung. Einerseits schuf die Veranstaltung die Voraussetzung eines konstruktiven Dialogs, in sie alle Aktiven an einen Tisch brachte. Praktisches Ergebnis des Abend ist in dieser Hinsicht, dass gemeinsame Entwicklung von Regeln beschlossen wurde. Andererseits konnte erreicht werden, dass das Vertreter des offenen Treffpunkts beschlossen, sich ebenfalls auf den Weg zu machen mit Projekten, die Sichtbarkeit von LSBTI in Emden zu fördern. Um zu klären, in welcher Weise aus dem Lifepoint heraus welche Strukturen der Emder Mehrheitsgesellschaft für die Anliegen von LSBTI Personen sensibilisiert werden könnten, wurde ein Arbeitswochenende verabredet. Die Finanzierung wird dabei das QNN übernehmen, für die Moderation und den fachlichen Input stellte sich Pascal Hartmann-Boll zur Verfügung.

09.12.2016: „ Inter*/ Intersexualität , was ist das denn?“ im ZEGG in Bad Belzig

Im Rahmen des  Projektes „Akzetanz für  Vielfalt- gegen Homo-, Trans* - und  Inter*-Feindlichkeit“ war Lucie Veith vom Verein Intersexuelle Menschen LV Niedersachsen zu einem Vortrags- und  Diskussionsabend im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) in Bad Belzig/ Brandenburg. Zu den 50 Besucher*innen zählten zum einen diejenigen, die eng mit der Lebensgemeinschaft und dem Bildungszentrum verbunden sind.  Darüber hinaus waren auch Teilnehmer*innen aus Berlin und Köln vor Ort.  Vielen Akteure*innen des ZEGG war die  vielfältige  Homo-, Trans* - und  Inter*-Feindlichkeit in unserer Gesellschaft nicht bewusst. Auch die  Vielfalt von Körpern und  Identitäten, von Geschlechtern und ihrer sozialen und gesellschaftlichen Konstruktion fanden großes Interesse und lösten rege Diskussionen aus.  Insofern lässt sich resümieren: Es  braucht mehr Informationen und mehr Austausch. Das  Team vor Ort vereinbarte  weitere Aktionen für das nächste Jahr. 

24.-26.11.2016: Tagung „Gender und Diversity in die Lehre!“ an der Humboldtuniversität Berlin

Der Workshop „Diversitykompetenz für Lehrende –  Gestaltung und Implementation von Qualifizierungsangeboten“ im Rahmen der Tagung „Gender und Diversity in die Lehre! Strategien, Praxen, Widerstände“ / vom 24.-26.11.2016 wurde von der Initiative Vielfalt Lehren! (Universität Leipzig) im Rahmen von „Akzeptanz für Vielfalt“ und dem Projekt „Heterogenitätsorientierte Lehr- und Studienkultur entwickeln (HELES)“ des Netzwerkes Studienqualität Brandenburg (sqb) durchgeführt.

Für die Entwicklung einer diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Lehr- und Studienkultur im Kontext des Gender- und Diversity-Mainstreamings ist eine entsprechende Weiterbildung von Hochschulpersonal, insbesondere von Lehrenden (Lehrbeauftragte, Lehrkräfte für besondere Aufgaben, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen etc.) essentiell. Tatsächlich erfolgt die didaktische Auseinandersetzung mit studentischer Diversität und ihren Auswirkungen auf und Anforderungen an die Lehre nur punktuell und obliegt dem Engagement einzelner Lehrender. Dem gegenüber steht jedoch die Notwendigkeit, Implementierungsprozesse – sowohl top-down als auch bottom-up – möglichst breitflächig zu gestalten, will man den Wandel zu einer diversitätsorientierten, diskriminierungskritischen Hochschule vollziehen. Das stellt auch Akteur*innen der (hochschuldidaktischen) Weiterbildung vor die Herausforderung, kreative Formate zu entwickeln, die Lehrende als Multiplikator*innen adressieren und institutionell so eingebunden sind, dass sie auch nachgehalten werden (können). Ziel der Arbeitsgruppe war es, die Maßnahmen und Erfahrungen der Teilnehmenden auszutauschen und zu reflektieren, wo mögliche Ressourcen, Hindernisse und „Fallstricke“ bei der hochschuldidaktischen Implementierung diskriminierungskritischer Lehre als Querschnittsaufgaben liegen. In diesem Zusammenhang sollten auch Weiterbildungs- bzw. kollegiale Austauschformate zusammengetragen bzw. angedacht werden, die über klassische Workshops hinausgehen. Dafür wurden zu spezifischen Fragestellungen Thementische eingerichtet, die von den kleineren „Expert*innengruppen“ der Teilnehmer*innen im Rotationsprinzip bearbeitet werden. Deutlich wurde, dass es neben den klassischen Angeboten der Hochschuldidaktik innovative Ansätze braucht, bspw. Diversity -Werkstätten in den Lehrende und Studierende gemeinsam an einer diskriminierungsfreien Hochschule und Hochschullehre arbeiten.

18.11.2016/ 19.11.2016: Angebote für junge Schwule, Lesben und Trans*Jugendliche in der Provinz schaffen

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Land LuST e.V. wurde im Rahmen des Bundesmodellprojekts "Akzeptanz für Vielfalt" die Situation von LSBTI* Jugendlichen in Nordwesten Niedersachsens zunächst in Meppen am 18.11.2016 und einen Tag später in Aurich diskutiert. Zentrales Ziel war es Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit gleichgeschlechtlich orientierten und trans*geschlechtlichen Jugendlichen in der Jugendarbeit herauszuarbeiten. 

Als Grundlage für die Entwicklung von Ideen und Maßnahmen, stellte Pascal Hartmann-Boll zunächst die Phasen der Entwicklung einer Identität als Schwuler, Lesbe oder trangeschlechtlicher Menschen vor. Die Teilnehmenden sollen zukünftig so erkennen können, wo sie wie unterstützen können. Wichtig war dabei in der Diskussion den Teilnehmenden insbesondere die Frage, wo dem einzelnen Jugendlichen geholfen werden kann und wo erste Schritte von ihm ausgehen müssen.

Allerdings wurde dabei auch klar, dass ich diese Frage nicht allgemeingültig beantworten läßt. Sicher ist nur, dass sich die Erkenntnis von gleichgeschlechter Orientierung oder Transgeschlechtlichkeit inzwischen für die Mehrheit spätestens in der Pubertät einstellt. Alle mit Jugendlichen arbeitenen Menschen müssen also davon ausgehen, damit konfrontiert zu werden, war eine der Einsichten der Abende. Ausgangspunkt der Einsicht war die Vorstellung der Studie des DJI, deren im Auftrag der Bundesregierung erstellten Ergebnisse 2016 veröffentlicht wurden.

Nach der theoretischen Einordung folgte dann die Erläuterung der in Meppen und Aurich bestehenden Angebote für LSBT*Jugendliche. Von großem Interesse war hier aus Sicht der hauptlich in der Jugendarbeit Tätigen die Zahl der Teilnehmenden dieser Angebote. Einfach zu beantworten ist diese Frage jedoch nicht. Da sich bei der "Peergroup8" in Meppen und Aurich jedoch um offene Angebote der Jugendarbeit handelt, schwankt die Zahl der Teilnehmenden der wöchentlichen Angebote entsprechend zwischen 10 bis 25 Jugendlichen.

Klar ist damit aber auch, dass es in allen vergleichbaren Kommunen einen entsprechenden Bedarf gibt. Gleichzeitig wurde diese Frage aber auch jeweils zum Ausgangspunkt der Einsicht, wie der Realität und Bedarf noch auseinanderliegen. So mußte Thomas Wilde an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Angebote der "Peergroup8" abgesehen von Hannover einmalig in Niedersachsen sind hinsichtlich ihrer Qualität.

Thomas Wilde kam dann auch zu, im fünften Abschnitt des Abends über die Politik der Landesregierung zu informieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Möglichkeiten, die sich im kommenden Jahr durch den Start der "Kampagne zur Förderung der Vielfalt der sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Idenitäten" in Verbindung mit dem in der Akademie Waldschlösschen angesiedelten Programm "Akzeptanz für Vielfalt" ergeben.

Neben jeweiligen Abschnitten des Abends, die der mit Powerpoint Präsentationen unterlegten Wissenvermittlung traten, gab es auch Aktivierungen der Teilnehmenden. Im ersten Abschnitt war diese eine Sammlung von Thesen zum Thema, aus der sich die Teilnehmenden eine sie zur Stellungnahme reizende Aussage wählten. Sowohl in Aurich als auch Meppen wurde dabei deutlich, wie bedeutsam die Auseinandersetzung mit den Kirchen und Glaubensfragen erlebt wird. Dazu kamen in Aurich Befürchtungen, die sich mit dem Aufstieg der AfD verbinden.

Zweites Element der Aktivierung war die Präsentation des Themas "Transgeschlechtliches Coming out". Dazu hatten die beiden Dozenten jeweils einen trangeschlechtlichen Jugendlichen eingeladen, der über seine Erfahrungen berichtete und dann die Fragen der Teilnehmenden beantwortete. Eine gute Erfahrung war dabei für alle Beteiligten, dass beide "Trans*Jungen" überwiegend von sehr positiven Erfahrungen berichten konnten. Insbesondere die oft thematisierte Fragen der Regelung bei der Toilettennutzung wurde für beide Jugendlichen ganz pragmatisch im Hinblick auf empfundene Geschlecht gelöst - und weder Mitschüler noch Mitschülerinnen sahen darin ein Problem.

Als Resümee kann für beide Abende gezogen werden, dass die zusammen mehr als 50 Teilnehmenden sich zufrieden zeigten mit dem Gestaltung und den Inhalten der Veranstaltung. Gerade die Diskussionabschnitte zeigten aber auch auf, wo Teilnehmenden im Verlauf der Veranstaltung selber zunehmend unzufrieden wurden angesichts der fast überall fehlenden Angebote für diese Jugendlichen. So betonte eine Mitarbeiterin des Familienberatungszentrums Leer, dass die bei Peergroup8 gegebene Alterspanne von 14 - 27 Jahren nur ein erster Schritt sein könne, da sich die Bedürfnisse und Möglichkeiten eines 14 jährigen erheblich von 27-jährigen Jugendlichen unterschieden.

15.11.2016: „Akzeptanz für Vielfalt“ vor Ort: Vortrag und Diskussion: „Inter*- Was ist das denn“ in den Räumen der AOK / Selbsthilfekontaktstelle Wilhelmshaven.

Mitte November lauschten rund 20 Besucher*innen dem Vortrag „Inter* - Was ist das denn?“ von Lucie Veith  vom Verein Intersexuelle Menschen Niedersachsen e.V. im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Akzeptanz für Vielfalt“.  Darunter waren Mitarbeiter*innen aus Kitas, Beratungsstellen, aus dem Bereich der Gleichstellungsarbeit sowie Menschen aus der sozialen Arbeit, Lehrende und Studierende vertreten. Der besondere Rahmen und die  Einbeziehung der  Selbsthilfekontaktstelle hatten auch einige Menschen aus dem Bereich der Selbsthilfe zur Teilnahme motiviert.

Die Scheu der  Mehrheitsgesellschaft über das Thema  gruppenbezogener  Menschenfeindlichkeit  zu sprechen, war bestimmend in der anschließenden Diskussion.  Es  bestand Einigkeit darüber, dass die Gesellschaft mehr Aufklärung und gemeinsames Auftreten gegen Feindlichkeit und Gewalt braucht.  Vertreter*innen der anwesenden Organisationen sagten zu, das Thema Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in ihrer Arbeit zukünftig stärker in den Blick zu nehmen.

28.10.2016: „Intersexualität? – was ist das denn?“ Workshop mit Lucie G. Veith vom Kooperationspartner Intersexuelle Menschen LV Niedersachen

Für  die  Durchführung  des  Workshops  unter dem Motto   „Akzeptanz  für Vielfalt -  Sensibilisierung in  Nordwesten“ konnte dankenswerter Weise LAND LuST e.V. in Meppen gewonnen werden. Wie   wichtig  die Präsenz auch im ländlichen Raum ist,  zeigte sich am Interesse an der Veranstaltung „Intersexualität? – was ist das denn?“ am 28.10.2016 in der grünen Oase in Meppen für die  einzelne Teilnehmer_innen, die teilweise  lange  Wege dafür in Kauf nahmen. So waren Besucher_innen aus den Bereichen  Vechta, Varel , aus dem Kreis Emsland und aus den nahen Niederlanden angereist. Das  Besondere  an dieser Veranstaltung  zeigte sich in der  Abfrage  des beruflichen Umfeldes der  Teilnehmenden: die  Mehrzahl kam aus den pflegenden Berufen und  aus der Kommunalpolitik.  Vorausschauend hatte LAND LuST e.V. einen kleinen Imbiss vorbereitet, der  gerne  angenommen  wurde.  Fazit:  Aufklärung ist  notwendig auch im Ländlichen Raum.  

21.-23.10.2016: Koordinierungs- und Vernetzungsstreffen in der Akademie Waldschlösschen

Am Wochenende vom 21.-23.10.2016 folgten 14 Organisationen der Einladung zum 2. Koordinierungs- und Vernetzungstreffen der Kooperationspartner*innen des Modellprojekts „Akzeptanz für Vielfalt- gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit" in der Akademie Waldschlösschen. Ziel des Treffens war der Austausch über die Entwicklung der bisherigen Initiativen und Konzepte in den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, im Elementarbereich sowie schulischen und universitären Zusammenhang und schließlich im Beratungskontext.

Kevin Rosenberger, der seit dem 01.10.2016 die Projektkoordination übernommen hat, referierte hierzu im Rahmen einer ausführlichen Berichterstattung zu den in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen. Darüber hinaus wurde über aktuelle Bedarfe und über die Entwicklung und Umsetzung neuer Maßnahmen in weiteren Kontexten diskutiert. Als Grundlage hierfür nutzten die Teilnehmenden die Auswertung der Empfehlungen der Kampagne der Landesregierung zur Förderung der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in Niedersachsen, die zusammen mit Schwulen, Lesben sowie trans* und inter*geschlechtlichen Menschen im Rahmen von „Runden Tischen“ in den letzten zwei Jahren formuliert wurden.

Daran anknüpfend identifizierten die Anwesenden als weitere wichtige Handlungsbedarfe für das Modellprojekt „Akzeptanz für Vielfalt“ die Sensibilisierung von Familienberatungszentren für neue und alternative Familienformen, die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und deren Bildungswerken zum Abbau und zur Prävention von Diskriminierungs- und Exklusionsprozessen im beruflichen Handlungsfeldern sowie die Sensibilisierung von Akteuren*innen im Gesundheitswesen, insbesondere der angehenden Mediziner*innen bezüglich trans*- und inter*geschlechtliche Handlungspraxen. Schließlich wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit Veranstaltungen in der Fläche vor allem im ländlichen Raum und in kleinen bis mittelgroßen Gemeinden des Landes Sichtbarkeit für LSBTI* Themen zu erzeugen.

"Vom CSD vor der Stadt zum CSD in der Stadt"

Als Kooperationspartner des Modellprojekts „Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit“ gelang es LAND LuST e.V., die Verantwortlichen der Stadt Aurich davon zu überzeugen, den seit 2014 in Aurich stattfindenden CSD erstmalig 2017 ins Stadtzentrum zu verlegen. CSD Veranstaltungen sind eine besonders gut geeignete Veranstaltungsform, um die Gesellschaft auf die Situation von Schwulen und Lesben sowie trans* oder inter*geschlechtlichen Menschen (LSBTI*) aufmerksam zu machen. In Aurich wurde ein CSD von LSBTI*Menschen erstmals 2014 organisiert.

Höhepunkt war damals die mit dem CSD verbundene Benennung eines Platzes in Aurich nach Karl Heinrich Ulrichs in Anwesenheit der Niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt. Dieser Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz liegt allerdings außerhalb der Innenstadt. In diesem Jahr diente der Platz als Ausgangspunkt der Demonstrationsroute „vor der Stadt“. Die Abschlussveranstaltung fand dann jedoch noch weiter außerhalb auf einem privaten Gelände statt. Dieses war umso bedauerlicher als Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz die Abschlusskundgebung eröffnete und damit auch die Landespolitik ein Zeichen setzte, wie wichtig ihr die Förderung der Vielfalt der sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten ist.

LAND LuST e.V. suchte daher als Ausrichter des CSD Aurich das Gespräch mit der Politik, Stadtmarketing und Ordnungsamt in Aurich. Im Ergebnis führt die Route beim nächsten CSD Aurich am 27.05.2017 entlang der Fußgängerzone direkt ins Herz der Stadt zum Marktplatz in der Stadtmitte. Insofern kann die „Akzeptanz für Vielfalt“ künftig auch von den Menschen in der Stadt wahrgenommen werden.      

20.9.2016 Vielfalt Lehren! Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden – Grundlagen und Perspektiven

Der Workshop im Rahmen des Projektes "Vielfalt Lehren!" an der Universität Leipzig von Stefanie Krüger (RosaLinde e.V.) und Dr. Klemens Ketelhut (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) durchgeführt und von Mitarbeiter*nnen der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät und einer Mitarbeiter*in des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen besucht. Erste Annäherungen zur Thematisierung von Diskriminierung von lgbt*i* Lebensweisen wurden geschaffen und sich der Frage gewidmet, wie sich diese Themen an welchen Schnittstellen in die eigene Lehre integrieren ließen. Im Workshop wurde deutlich, dass es noch mehr Wissen zu Formen von Diskriminierung in der heteronormativen Ordnung bedarf, um Diskriminierung als solche zu erkennen und eine sinnvolle Strategie gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit entwickeln zu können. Die Frage der Sensibilisierung sollte daher auch weiterhin im Vordergrund stehen. Weitere Workshops sind an der Universität Leipzig in Planung.

17.9.2016 Workshop "Inter*, was ist das denn? " bei "POW / WOW /Aurich" im Familienzentrum Aurich

Eingebettet in das  mehrtägige Pilotprojekt zur Vernetzung von Jugendgruppen im Nordwesten Niedersachsens fand dieser Workshop Teilnehmer*innen, die als Multiplikator*innen, ehrenamtliche  Gruppenleiter*innen, als  Organisator*innen in den Landkreisen und Städten unterwegs sind. Nach dem Vortrag von Lucie G. Veith, in dem es um die verschiedenen Auswirkungen der Inter*-feindlichkeit ging - aber  auch um die  Dimension „Geschlecht“ und um Fragen der Geschlechtergerechtigkeit - wurden Strategien herausgearbeitet, wie der Diskriminierung begegnet werden kann. Deutlich wurde, dass es notwendig ist, die  Aufklärungsarbeit zu intensivieren, um die  Feindlichkeit zu reduzieren und einen aktiven Menschenschutz zu erreichen.  Beim Inter*- Bingo gab es schnell Sieger*innen, und die Teilnehmer*innen waren sich einig: Es  lohnt sich, sich  gut zu informieren und die Zukunft mit zu gestalten. Weitere Verabredungen wurden konkret  getroffen. 

15.9.2016 Workshop "Intersexuelle Menschen angekommen in der Gesellschaft" im "Livepoint" Emden

Der Workshop mit Lucie G. Veith  vom Verein Intersexuelle Menschen Landesverband Niedersachsen e.V. im Präventionscafé "Livepoint" im Gesundheitsamt Emden bot neben der Vorstellung des Projektes eine Einführung in das Thema der Intergeschlechtlichkeit von Menschen und vermittelte einen Blick auf Geschlecht und die Dimensionen der Vielfalt  menschlicher Körper, Erwartungen und  Selbstwahrnehmungen sowie die Dimensionen und Auswirkungen für die einzelne intergeschlechtliche Person. Im Gespräch wurde deutlich, wie groß der Bedarf an Aufklärung, an weiteren Informationen und an Folgeveranstaltungen ist. Die  Veranstaltung war sehr gut besucht. Es nahmen Student*innen, Gleichstellungsbeauftragte, Mitarbeiter von pro familia, des Gesundheitsamtes und von SchLAu e.V. teil. Eine  weitere Veranstaltung in Emden ist geplant.

12.9.2016 "Auf dem Weg zu Akzeptanz für Vielfalt". Workshop auf der Jubiläumstagung der Vielfalt-Mediathek vom IDA e.V. in Fulda

In einem von Thomas Wilde geleiteten Workshop wurde das Modellprojekt vorgestellt. Anlass war das zehnjährige Jubiläum der Vielfalt-Mediathek in Fulda, die dazu einen Fachkongress organisiert hatte unter dem Titel "Der Weg ist das Ziel". Themen des Workshops waren einerseits grundsätzliche Fragen aus dem Teilnehmendenkreis zur Lebenssituation insbesondere von trans* und intergeschlechtlichen Menschen. Andererseits ging es um im Rahmen der Modellprojektes gemachte Erfahrungen – zum Beispiel in Impulsveranstaltungen sowie Fortbildungen für Mitarbeitende in Kindertagesstätten. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über den Stand der Interessenvertretung und Selbst(hilfe)organisationen von Lesben und Schwulen sowie trans* oder inter*geschlechtlichen Menschen. Wie bereits in der dem Workshop vorangegangenen Podiumsdiskussion wurde dabei noch mal deutlich, dass es einen erheblichen Austauschbedarf zwischen den einzelnen Feldern von Diskriminierungserfahrungen gibt.

7.-9.9.2016 "Refugees welcome". Arbeit mit LSBTI*-Flüchtlingen

In der Akademie Waldschlösschen fand das zweite Seminar zur Situation von LSBTI*-Geflüchteten in Deutschland statt. 26 Teilnehmende und Referent*innen, alle ehren- oder hauptamtlich in der Arbeit mit LSBTI*-Geflüchteten in größtenteils queeren Projekten aber auch in Stadtverwaltungen aus ganz Deutschland engagiert, diskutierten Erfahrungen und Herausforderungen aus ihrer Praxis. Der Bedarf an Austausch und Vernetzung war groß und ging bis spät in die Abende hinein.

Insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen von LSBTI*-Geflüchteten in Deutschland, die Arbeit mit traumatisierten LSBTI*-Geflüchteten, die unterschiedlichen Bedingungen der Arbeit und Strategien der politischen Arbeit vor Ort standen im Mittelpunkt des Seminars. Für den notwendigen Input sorgten Mitarbeiter*innen aus der Schwulenberatung Berlin: Rafia Harzer, Sozialarbeiterin in der Unterkunft für LSBTI*-Geflüchtete in Berlin-Treptow, Jakob Pousalis, der dort als Psychotherapeut arbeitet und Stephan Jäkel, Abteilungsleiter HIV und queere Geflüchtete.

Das Seminar fand in Kooperation mit der Schwulenberatung Berlin und der Deutschen AIDS-Hilfe statt. Für 2017 sind u.a. zwei weitere Fortbildungen geplant: 13.-15.3. und 18.-20.10.2017.

20.-22.06.2016: "Geschlecht, Sexualität & geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Krippe, Kindergarten & Hort"

Die zweite Fortbildung zum Thema mit Dr. Ines Pohlkamp und Till Ruben Hallermann in der Akademie Waldschlösschen richtete sich vornehmlich an Praktiker*innen aus der Arbeit mit Kindern. Sie bot den Rahmen für Reflexion der Geschlechterverhältnisse und zur Aneignung von Wissen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, vermittelte Kenntnisse diversitätssensibler Elternarbeit und ermöglichte das Kennenlernen von geschlechtsbezogenen Sozialisationsbedingungen von Mädchen, Jungen und anderer Geschlechter. Sie vermittelte Paradigmen, Praxisbeispiele und Methoden einer geschlechter- und diversitätssensiblen Praxis in Krippe, Kindergarten und Hort. Es wurde prozessorientiert gearbeitet, mit Inputs durch die Teamer*innen und Methoden aus der Theaterpädagogik.

Die Teilnehmenden bekundeten einen Bedarf nach einer mehrmoduligen Qualifizierung sowie einer Begleitung in ihren Einrichtungen zur Konzeptentwicklung. Es ist geplant, im Rahmen von "Akzeptanz für Vielfalt" für das kommende Jahr entsprechende Angebote zu entwickeln.

17.-19.05.2016 -"Geschlecht, Sexualität & geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Krippe, Kindergarten & Hort"

Die Fortbildung mit Dr. Ines Pohlkamp und Till Ruben Hallermann  in der Bildungsstätte Bredbeck bot den Rahmen für die Reflexion der Geschlechterverhältnisse, Wissen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, Kenntnisse zu Regenbogenfamilien und diversitätssensibler Elternarbeit und ermöglichte das Kennenlernen von geschlechtsbezogenen Sozialisationsbedingungen von Mädchen und Jungen und anderer Geschlechter. Sie vermittelte Paradigmen, Praxisbeispiele und Methoden einer geschlechter- und diversitätssensiblen Praxis in Krippe, Kindergarten und Hort. Es wurde prozessorientiert gearbeitet, mit Inputs durch die Teamer*innen und Methoden aus der Theaterpädagogik. Der Bremer Verein Eene-meene-Kiste führte an einem Nachmittag praktisch in die Arbeit mit Kinderbüchern zum Thema Vielfalt ein. 

03.05.2016: Initiative Vielfalt lehren! - Auftaktveranstaltung an der Universität Leipzig

24.-26.04.2016 -"Refugees welcome" Situation von LSBTI*-Flüchtlingen in Deutschland

Vom 24.-26. April 2016 fand das erste Seminar zur Situation von LSBT*I*-Flüchtlingen in Deutschland in der Akademie Waldschlösschen statt. 25 Teilnehmende und Referent_innen*, alle ehren- oder hauptamtlich in der Arbeit mit LSBT*I*-Geflüchteten engagiert, diskutierten Erfahrungen und Herausforderungen aus ihrer Praxis. Mitarbeiter_innen* aus ganz unterschiedlichen Initiativen aus ganz Deutschland waren zu diesem Seminar angereist, das die Akademie Waldschlösschen in Kooperation mit der Schwulenberatung Berlin und finanziert über das Bundesprogramm Demokratie leben  durchführte. Der Berliner Rechtsanwalt Dirk Siegfried referierte über die rechtlichen Rahmenbedingungen von LSBT*I*-Geflüchteten in Deutschland, bei dem es u.a. um Aspekte des Asylverfahrens und die Auswirkungen des neuen Beschleunigungsgesetzes ging. Jouanna Hassoun, Projektleiterin bei Miles im LSVD Berlin-Brandenburg berichtete über die Schwerpunkte ihrer Arbeit und die Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt von LSBT*I*-Geflüchteten in Flüchtlingsunterkünften. Stephan Jäkel, Mitarbeiter der Schwulenberatung Berlin schilderte seine Erfahrungen mit und Wege hin zu offiziellen Not- und Gemeinschaftsunterkünften am Beispiel von Berlin. Wichtig für alle Teilnehmenden war auch die Möglichkeit der Vernetzung um sich in Zukunft in der Arbeit gegenseitig zu unterstützen.

Das nächste Seminar, in dem die praktische Arbeit im Mittelpunkt stehen wird, findet in Zusammenarbeit mit der Schwulenberatung Berlin und der Deutschen AIDS-Hilfe vom 7.-9. September in der Akademie Waldschlösschen statt.

11.01.2016: 25. Forum Jugendarbeit "Immer einen Schritt voraus" des Landesjugendamt Niedersachsen

In Kooperation mit Nico Kerski (SchLau Niedersachsen e.V.) wurde in dem Workshop „Sexuelle und Geschlechtliche Vielfalt ein Thema für die Kinder- und Jugendhilfe?“ in das Themenfeld LSBTIQ, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung eingeführt. Die Teilnehmenden lernten einführende Methoden kennen, die zur Reflexion anregen. 


Im Hauptteil des Workshops erörterte Nico Kerski mit den Teilnehmenden aus seiner langjährigen Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen die Bedeutung einer antidiskriminierenden Jugendarbeit und deren methodische Ansätze. Die Teilnehmenden wurden auf die Bedarfe von LSBTI- Jugendlichen sensibilisiert und erste Ideen zur Umsetzung und den eigenen Einrichtungen entwickeln, wie für ein akzeptierendes Klima und Vielfalt gearbeitet werden kann. 

12.12.2015 Impulsveranstaltung im Jugendhaus Norden

Im Jugendhaus Norden diskutierten wir gemeinsam mit Vertreter*innen der Kinder- und Jugendhilfe und LSBTI-Aktivist*innen regionale Bedarfe von LSBTI-Jugendlich. Außerdem fragten wir uns wie Wir als Projekt in Ostfriesland aktiv werden können. Aufgrund spezifischer Bedarfe ich ländlichen Raum:

  • schlechte öffentliche Infrastruktur
  • Vereinzelung und damit oft auch Vereinsamung von LSBTIQ Jugendlichen aufgrund der breiten Streuung im Flächenland
  • Notwendigkeit der Garantie von Anonymität

wurde überlegt am 2015 Vor-Ort-Qualifizierungen für Fachpersonal im breitesten Sinne aus der Kinder- und Jugendhilfe (Jugendhäuser, Sozialarbeiter*innen, Vertrauenslehrer*innen, Nachhilfelehrer*innen etc.) zu entwickeln und durchzuführen. So dass alle, die mit Jugendlichen arbeiten, eine Erstberatung durchführen können und im Anschluss auch an entsprechende Gruppen und Beratungsstellen weiterleiten können. Daraus folgen soll eine Plakataktion in Ostfriesland, in der die durch Akzeptanz für Vielfalt qualifizierten regionalen Ansprechpartner*innen für LSBTIQ-Jugendliche aufgelistet werden. 

Gemeinsam auf dem Weg zu einem Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt – Handlungsstrategien gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit

Das erste Koordinierungstreffen von „Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit“ hat am Wochenende vom 04.-06.2015 statt gefunden. Gemeinsam mit 22 Teilnehmer*innen diskutierten wir Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Bezug auf homosexuelle, trans und inter Menschen.

Eingeleitet wurde das Treffen am Freitag durch einen Vortrag von Andreas Kemper zur Neuen Rechten und Antigenderismus. Am Samstag erarbeiteten wir in einem Workshop mit Andreas Kemper antigenderistische Argumente und Handlungsmöglichkeiten gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit. Der Nachmittag wurde durch einen Input von Lucie Veith zum Thema Menschenrechtskonventionen und deren Relevanz für eine politische Praxis eingeleitet. Im Anschluss daran analysierten wir in Gruppen Landesaktionpläne aus verschiedenen Bundesländern und überlegten welche politischen Handlungsmöglichkeiten ein Landesaktionsplan gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit ermöglicht. Es wurde deutlich, dass ein starkes und solidarisches zivilgesellschaftliches Engagement stets wichtig ist und dieses in Netzwerken und Bündnissen gebündelt werden muss. So kann eine politische Handlungsfähigkeit gesichert werden.

Am Ende des Treffens wurde beschlossen im Rahmen von „Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit“ gemeinsam an dem Aufbau eines Bündnisses für Akzeptanz für Vielfalt weiter zu arbeiten und einander in der Arbeit vor Ort zu unterstützen.

Das nächste Koordinierungstreffen wird vom 21.10.2016 bis 23.10.2016 an der Akademie Waldschlösschen stattfinden.

02.12.2015 Impulsveranstaltung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Am 2. Dezember veranstalteten wir in Kooperation mit dem Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg die Impulsveranstaltung "Intersexualität und Behinderung". Martin Podszus (Universität Oldenburg) als unser Kooperationspartner machte dies möglich. Nach den Eröffnungsworten von Susanne Jungkunz (Fachstelle Inklusion Stadt Oldenburg) präsentierten Thomas Wilde und Daria Majewski das Projekt "Akzeptanz für Vielfalt - gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit" und dessen Möglichkeiten. Anschließend gab es einen Fachvortrag von Lucie Veith (Intersexuelle Menschen e.V.) zum Thema "Intersexualität, Behinderung und Inklusion". Abgeschlossen wurde die Veranstaltung, an der 60 Personen (Studierende, Aktivist*innen, Angstellte der Stadt Oldenburg und Mitarbeiter*innen der Universität) teilnahmen durch Prof. Dr. Gisela Schulze (Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik) mit der einladenden Aufforderung an die Studierenden sich zu engagieren und die Thematik von LSBTIQ und Mehrfachdiskriminierung in ihre wissenschaftliche Arbeit zu implementieren (Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, etc.).

Zum Transgender Day of Remembrance hisst das LGBTI-Referat am 20.11. am Hauptgebäude der Humboldt-Uni die Regenbogenflagge - als Symbol gegen Trans*Feindlichkeit.

Um 18.00 Uhr sind Künstler_innen und Aktivist_innen in den Senatssaal geladen, um dort Performances und Reden zu bieten:

  • Till Amelung, Landesverband für transgeschlechtliche Selbstbestimmung Niedersachsen
  • Daria Majewski, Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit
  • Erna Pachulke, Miss CSD 2015 & Gastgeberin der Mitternachtsshow in der Lieblingsbar
  • Kay P. Rinha, Geschäftsführung Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V.
  • Grußwort des Präsidiums der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Moderation: Patsy l‘Amour laLove

Bilder von Piotr Zieba: www.piotrzieba.com

Die Facebookveranstaltung findet ihr hier

Landespolitik mal anders- für Vielfalt in Niedersachsen

Landespolitik mal anders

16.11.2015 - 18:00 bis 21:00 Uhr, VNB: Nicolaistraße 1c

Im Rahmen der LesBiSchwulen Kulturtage Göttingen fand die Veranstaltung "Landespolitik mal anders" statt. Daria Majewski stellte das Modellprojekt "Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit" vor, außerdem erläuterte Dr. Kirsten Plötz die Ergebnisse der Zukunftstische des niedersächsischen Sozialministeriums. Unser Kollege Christian Zacharias, der an der Durchführung und Auswertung der Zukunftstische wesentlich beteiligt ist/war, musste krankheitsbedingt leider absagen.

Die 14 Zukunftstische fanden im Frühjahr 2015 zur Vorbereitung der Landeskampagne Gemeinsam für Vielfalt* in Niedersachsen statt.

Im Anschluss an die Präsentationen folgte eine Publikumsdiskussion dazu, was für die Akzeptanz von Vielfalt auf Landesebene getan werden kann. In den Fokus rückte die Geflüchtetenthematik und wie diese mit den Anliegen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einzustehen, verbunden werden kann. 

28.10.2015 Lesung mit Ines Pohlkamp

Im Rahmen der LesBiSchwulen Kulturtage Göttingen haben wir eine Lesung mit Ines Pohlkamp organisiert.  Sie las aus ihrer Studie "Genderbashing - Gewalterfahrungen an den Grenzen der Zweigeschlechtlichkeit". 

Mit einem sehr interessierten Publikum diskutierten wir Fragen wie: Welche Formen von Diskriminierung und Gewalt richten sich gegen non-konforme geschlechtliche Identitäten und wie massiv und existentiell wirken sie sich auf das Erleben und Leben von nicht-heteronormativen Menschen aus? Welche Aspekte davon sind im Alltag für einige Menschen unsichtbar und für andere wiederum tägliche Erfahrung?    

Dr. Ines Pohlkamp, Sozialarbeitswissenschaftlerin und Kriminologin, ist seit 1999 in der politischen Bildung tätig. Ihre Themenschwerpunkte sind Queer-Feminismus, Social Justice und intersektionale Bildung. Sie ist Mitgründerin des Gender Institut Bremen. 

 

21.10.2015 Informationsveranstaltung "Transgeschlechtlichkeiten" mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

21.10.2015 Impulsveranstaltung in Lüneburg

21.10.2015 Impulsveranstaltung in Lüneburg

In Lüneburg haben wir das Projekt vorgestellt mit einer Impulsveranstaltung

am 21.10.2015 um 14:00 – 16:00 Uhr im Glockenhaus, Glockenstraße 9.

Zur Veranstaltung erschienen Menschen aus allen Strukturen der Interessenver-tretung und Selbsthilfe der Lüneburger LSBT*I*-Gemeinschaft. Die Vielfalt der Anwesenden reichte entsprechend von der anwesenden "Regenbogenfamilie" über den Vertreter der Infoline Celle bis zum Ansprechpartner der Polizeidirektion Lüneburg für schwule Männer. Stadt und Kreis Lüneburg waren vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragte, Frau Christine Ullmann. Erheblich zum Erfolg der Veranstaltung trug bei, dass Blist e.V. durch seine Verbindungen zu Stadt Lüneburg mit dem Glockenhaus einen optimalen Ort für das Treffen zur Verfügung stellen konnte.

Aus den in der Veranstaltung gesammelten Ideen werden durch „Akzeptanz für Vielfalt“ jetzt zunächst Qualifizierungsangebote im Bereich der Polizei sowie in der Ausbildung von Lehrer*innen weiterverfolgt werden. Darüber hinaus wird „Akzeptanz für Vielfalt“ die Hinweise der Gleichstellungsbeauftragten aufgreifen, das Angebot auch noch mal auf Landesebene in den entsprechenden Strukturen bekannt zu machen.

Vernetzungstreffen der Demokratie leben!-Projekte aus dem Förderbereich "Homo- und Trans*phobie"

Vom 13. - 14.10.2015 trafen sich die im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" geförderten Projekte aus der Förderschiene "Homo- und Trans*phobie" an der Akademie Waldschlösschen. Ziel des Treffens war eine inhaltliche Auseinandersetzung um die gesellschaftlichen Probleme der Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit, methodischer Austausch, sowie die gegenseitige Vernetzung und die dadurch möglichen Synergieeffekte. Eine Fortführung solcher Vernetzungstreffen im Rahmen der Förderschiene in den Folgejahren wurde einstimmig befürwortet.

02.10.2015: Kongress Gemeinsam für Vielfalt in Niedersachsen

"Unsere Zwischenbilanz ist beeindruckend: Seit 2014 haben Aktive aus dem LSBTTI-Spektrum aus ganz Niedersachsen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Ideen in die Kampagne „Gemeinsam für Vielfalt in Niedersachsen“ eingebracht. In Phase 1 der Kampagne wurden 128 Menschen aus 38 Gruppen befragt, in Phase 2 gab es 14 sogenannte „Zukunftstische“ in acht Städten mit insgesamt weit mehr als 100 Beteiligten. Jetzt startet Phase 3 mit einem Kongress am 2. Oktober.

Die Befragung erlaubte intensive Einblicke in vorhandene Selbsthilfestrukturen, in erlebte oder wahrgenommene Diskriminierung und in Wünsche an das Land. Bei den „Zukunftstischen“ wurde jeweils einen Tag lang angeregt diskutiert und überlegt, wie eine bessere Zukunft für die Teilnehmenden aussehen kann.

Jetzt sind alle interessierten Menschen aus Niedersachsen eingeladen, die bisherigen Ergebnisse zu diskutieren. Gibt es Schnittmengen? Wo gibt es trennende Inhalte? Was soll daraus an jeweils ei- genständigen und an gemeinsamen Maßnahmen folgen? Welche Handlungsempfehlungen können an die Landespolitik formuliert werden?

Die Ergebnisse des Kongresses werden eine wesentliche Grundlage für den weiteren Verlauf der Kampagne für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt bilden. Je mehr Wissen, Erfahrungen und Ideen eingehen, desto erfolgreicher kann die Kampagne werden." (Zitiert aus: q-nn.de/wp-content/uploads/Flyer-Webversion.pdf)

Eine Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse finden sie hier.

12. - 13. August 2015 : Offene Hochschule "Bildung PRO Demokratie - Umgang mit Diversität, Rassismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit"

12. - 13. August 2015 : Offene Hochschule "Bildung PRO Demokratie - Umgang mit Diversität, Rassismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit"

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum Demokratische Bildung (ZDB) und der Arbeitsstelle DIVERSITÄT - MIGRATION -BILDUNG (diversitAS) - Leibnitz Universität Hannover haben wir das Wahlpfilchtmodul "Homophobie/Queer Studies" durchgeführt. (http://www.diversitas.uni-hannover.de/fileadmin/interpaed/Flyer-pdf.pdf)Die Referent*innen Dr. Uta Schirmer (Georg-August-Universität Göttingen), Patsy L'Amour laLove (Humboldt Universität Berlin) und Dr. Carolin Küppers (Magnus-Hirschfeld Stiftung) arbeiteten mit den Teilnehmenden in 3 Themenfeldern:

  1. Einführung in die Queer Studies und Selbstreflexion (Dr. Uta Schirmer)
  2. Theoretische Vertiefung am Beispiel "Homo- und Trans*feindlichkeit" und "Schwuler Selbsthass" (Patsy L'Amour laLove)
  3. Praxisbezug und Handlungsfelder am Beispiel des Social Justice-Trainings (Dr. Carolin Küppers)

Ziel des Modul war es, vorrangig Student*innen der Sozialen Arbeit das Themenspektrum der Homo- und Trans*feindlichkeit nahezubringen und sie dazu zu ermutigen in ihren Arbeitsfeldern selbst für Vielfalt aktiv zu werden.

"Ich bin mit einigen Vorurteilen in dieses Modul gekommen und muss sagen, dass ich nun einen ganz neuen Zugang zu dem Themenfeld bekommen habe" (eine der Teilnehmerinnen)

10.06.2015 Respekt statt Ressentiment - Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie

10.06.2015 Respekt statt Ressentiment - Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie

Am 10. Juni 2015 nahmen wir an dem Kongress der Amadeu-Antonio-Stiftung und des LSVD teil. Am Nachmittag diskutierten wir im Forum 4 "Ein nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie" gemeinsam mit anderen Projekt, wie und ob ein "Nationaler Aktionsplan" die Arbeit für Akzeptanz und Vielfalt unterstützen und umsetzen kann. 

Weiter Informationen unter: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2015/respekt-statt-ressentiment-strategien-gegen-die-neue-welle-von-homo-und-transphobie/ 

25.02.2015 Auftaktkonferenz des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

25.02.2015 Auftaktkonferenz des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

Mit einer Auftaktkonferenz in Berlin am 25.2.2015 ist das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von Ministerin Manuela Schwesig eröffnet worden.

Nun startet auch die Akademie Waldschlösschen mit einem auf 5 Jahre angelegten landesweiten Modellprojekt „Akzeptanz für Vielfalt – gegen Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit“ - in Zusammenarbeit mit dem Queeren Netzwerk Niedersachsen (QNN) und dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB).

Ziel des Modellprojektes ist die Konstituierung eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses, das zunächst in Niedersachsen und NRW flächendeckend jeweils „vor Ort“ verankert wird, sich nachhaltig vernetzt und zusammenarbeitet und weiterqualifiziert. Dr. Rainer Marbach von der Stiftung Akademie Waldschlösschen: „Homo-, Trans*- und Inter*feindlichkeit ist in der Gesellschaft nach wie vor strukturell vorhanden -  in jüngster Zeit auch kampagnenartig von rechtskonservativen Kreisen verstärkt, initiiert z.B. durch die AfD. Daher ist auf lokaler Ebene und in öffentlicher Verantwortung eine Auseinandersetzung mit diesem Phnänomen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit notwendig und muss gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteur_innen bekämpft werden“.

Sensibilisierung, Qualifizierung und Aktivierung von Mitarbeiter_innen kommunaler Verwaltungen, Akteur_innen und Trägern der Lehrer_innen- und Erwachsenenbildung, der Jugend- und Beratungsarbeit, des Sports und der LSBT*I*-Selbstorganisationen soll heteronormative „Selbstverständlichkeit“ hinterfragen und die Sichtbarkeit von LSBT*I* und ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe fördern.

Das Projekt verfolgt einen intersektionellen Ansatz, es berücksichtigt auch Aspekte der Mehrfachdiskriminierung auf Grund von Behinderung und chronischer Krankheit, ethnischer Herkunft, religiöser und weltanschaulicher Überzeugung sowie des Alters. Einzelne Diskriminierungsmechanismen dürfen nicht losgelöst voneinander betrachtet werden, sondern müssen in ihrer Verschränkung begriffen und durch Strukturwandel bekämpft werden.

Im Modellprojekt der Akademie Waldschlösschen arbeiten 17 Kooperationspartner_innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen - sowohl aus dem Bereich der LSBT*I*-Community (wie z.B. das Queere Netzwerk Niedersachsen, die Schulaufklärungsprojekte (SchLAu) aus Niedersachsen und NRW, der Landesverband für transgeschlechtliche Selbstbestimmung und Intersexuelle Menschen – Landesverband), als auch der Jugend- und Erwachsenenbildung (z.B. Agentur für Erwachsenenbildung Niedersachsen und Paritätisches Jugendwerk), des Sports sowie Hochschulen (Universität Oldenburg und Vechta).